Aktionskreis „Mehr Wert“ in Dresden

 

Offener Brief des Aktionskreises  „Mehr Wert“ zur aktuellen Kürzung in der Kinder- und Jugendhilfe


Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Herren Bürgermeister, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, sehr geehrte Dresdnerinnen und Dresdner,


die negative Entwicklung in der Wirtschaft des vergangenen Jahres hat große Auswirkungen auf die Haushaltskassen von Bund, Ländern und somit auch auf die Kommunen. Im Freistaat Sachsen erreichte die Landkreise und kreisfreien Städte die Kürzung der Jugendpauschale von 14,30 auf 10,40 EUR im laufenden Haushaltsjahr. In Dresden stehen dadurch für die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit 559.783,00 EUR Landesmittel weniger zur Verfügung.


Wir als freie Träger der Jugendhilfe, als Jugenddachverbände und Jugendorganisationen, sehen die Kinder- und Jugendarbeit für Mädchen und Jungen der Landeshauptstadt Dresden durch diese Kürzungen substantiell gefährdet.


Diese hat zu Folge, dass Projekte mit sowie für Kinder und Jugendliche, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen beitragen, stark eingeschränkt oder beendet werden. Öffnungszeiten in Jugendhäusern oder Jugendclubs werden reduziert und verschiedene soziale und kulturelle Bildungsangebote können nicht mehr durchgeführt werden. Außerdem werden notwendige Unterstützungsstrukturen aufgegeben.


Die Kürzungen führen weiterhin zu Einschränkungen von Angeboten, die der sozialen Integration sowie dem Schutz von Mädchen und Jungen dienen. Darunter zählen u.a. die Mobile Jugendarbeit / Streetwork, die Elternberatung und die Familienbildung sowie ambulante Angebote für straffällige Jugendliche. Ausgebildetes Fachpersonal mit Strukturkenntnis, die als Ansprechpartner/-innen für Kinder und Jugendliche fungieren, erfahren Stellenreduzierungen oder werden gekündigt.


Der Aktionskreis „Mehr Wert“, bestehend aus einer Vielzahl von Vereinen, Organisationen, Einzelpersonen und Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe in Dresden, wendet sich entschieden gegen die Kürzungen, sei es bei der Jugendpauschale oder der überörtlichen Kinder- und Jugendarbeit. Gerade in Zeiten der Krise brauchen wir eine ausreichende und bedarfsgerechte Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in den Bereichen Jugendhilfe, Kultur und Sport. Wir solidarisieren uns daher mit allen anderen betroffenen Bereichen des Sozialwesens.


Mit dem städtischen Widerspruch gegen die Kürzungen der Landespauschale tritt die Stadt Dresden bereits für die Wichtigkeit der Förderung von jungen Menschen und damit für den Erhalt der Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien ein. Wir fordern die Stadt daher auf, auch den logischen Folgeschritt zu gehen und gegebenenfalls ausfallende Mittel zu kompensieren.


Wir möchten Sie um Ihre Stimme bitten. Unterstützen Sie den Antrag des Jugendhilfeausschusses an den Stadtrat, die durch die Kürzung der Jugendpauschale fehlenden Haushaltsmittel für das Jahr 2010 zusätzlich zur Verfügung zu stellen.


Lassen Sie uns gemeinsam im Interesse unserer Kinder, Jugendlichen und Familien für den Erhalt einer bedarfsgerecht entwickelten und qualitativ hochwertigen Jugendhilfelandschaft in der Landeshauptstadt Dresden eintreten!


Mit freundlichen Grüßen

Erstunterzeichner:

Arbeitskreis kritische Sozialarbeit Dresden

Buddeberg Sarah, stellv. Mitglied im Jugendhilfeausschuss Dresden

Büro für freie Kultur- und Jugendarbeit e.V. (Kulturbüro Dresden)

Cyber4kids

Conni e.V.

CVJM Dresden e.V.

Deutscher Kinderschutzbund, Ortsverband Dresden e.V.

Evangelische Jugend Dresden

Fanprojekt Dresden e.V.

IN VIA Kath. Mädchensozialarbeit Diözesanverband Dresden-Meißen e.V.

Kaleb Dresden e.V.

Katholische Dekanatsjugendseelsorge Dresden

Kazalla, Steve, Mitarbeiter Bürgerbüro Dr. Eva-Maria Stange, MdL

Kindervereinigung Dresden e.V.

Landesarbeitsgemeinschaft für Mädchen und junge Frauen in Sachsen e.V.

Lebenshilfe für Menschen mit geistigen Behinderungen, Ortsverband Dresden e.V.

Malwina e.V.

Mädchenprojekt MAXI / MEDEA e.V.

Männernetzwerk Dresden e.V.

Mobile Jugendarbeit Dresden Süd e.V.

Möckel, Sascha, Student

Omse e.V.

Outlaw gGmbH

Pro Jugend e.V.

Projektschmiede gemeinnützige GmbH

Radioninitiative Dresden e.V.

Roter Baum e.V.

Scholz Andrea, Mitarbeiterin SPD-Fraktion im sächsischen Landtag

Seiffert Steven,  Geschäftsführer für Hochschulpolitik des Studentenrates der Technischen Universität Dresden

Stadtjugendring Dresden e.V.

Stadtliga Dresden, Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege

Sportjugend Dresden im KSBD e.V.

SprecherInnenrat Dresdner Stadtteilrunden

Treberhilfe Dresden e.V.

Unternehmen Kultur gGmbH

Verbund Sozialpädagogischer Projekte (VSP) e.V.

Weitere Unterzeichner:

Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der Evangelischen Hochschule Dresden

Antifaschistisches Soziales Forum

Berthold Paul, Student

Bohnet Tobias, Support Worker, Glasgow

Dienelt Felix, Student

Fest Andreas, Freiberufler

Haug Martin, Student

Hennig Felix, AStA Vertreter der ehs Dresden

Hoffsommer Jens, Stadtrat, Bündnis 90/ Die Grünen

Jeschke Lisanne, Studentin

Karsten Vivienne, Studentin

Klepsch Annekatrin, Statdrätin und Landtagsabgeordnete, Fraktion DIE LINKE

Löffler Christiane, Studentin

Markieton Maksymilian

Müller Reiner, Institut inform

Reuter Johannes, Student

Schreyer Gunter



Möchten Sie ebenfalls das Anliegen des Aktionskreises unterstützen und den Brief unterzeichnen? Dann senden Sie eine Mail an info@aktion-mehrwert.de. Wir werden Ihre Anfrage prüfen und Sie bzw. Ihre Institution als UnterzeichnerIn auf dieser Homepage veröffentlichen.


Download:


Hier gibt es den Brief als Download, zum Ausdrucken, weitergeben und Diskussionen anschieben: offener Brief des Aktionskreis - MehrWert - Endfassung.pdf